Ich finds schlimm wie selbst hier im Forum Populismus betrieben wird. Ich habe den Eindruck, dass hier Meinungen aus der Regenbogenpresse aufgegriffen und mit den eigenen Vorurteilen gepaart wiedergegeben werden. Man kann ja sachlich über die dresdner Fanszene diskutieren, aber von "den Dynamofans" an sich zu sprechen und ihnen eine kollektive rechte Gesinnung zu unterstellen und zu behaupten, dass sie alle nur auf Streit, Pöbeleien und Schlägereien aus wären, damit macht man es sich zu einfach. Das ist das Geseier, dass die Funktionäre der Liga gegenüber der gesamten Fanszene in Deutschland von sich geben. Und wer fordert, die deutsche Fanszene differenziert zu betrachten, der muss sich auch daran halten, wenn er über die Dynamos urteilen möchte. Ich vermisse eigentlich nur noch den Beitrag, der die Diskussion über Dynamo zu einer Hexenjagd auf den gesamten ostdeutschen Fußball macht.
Es ist kein Geheimnis, das sich Teile der Dresdnerszene am rechten Rand befinden. Das sollen zum größten Teil Personen sein, die aus der ländlichen und strukturschwachen Dresdnerumgebung kommen und somit für Fanprojekte in Dresden selbst nur schwer erreichbar sind. Zudem wird das Ganze hauptsächlich durch Ehrenamtliche getragen. Vor einigen Monaten konnte das dresdner Fanprojekt eine zweite Vollzeitstelle mit einem Sozialarbeiter besetzen - ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin etwas. Diese Scheiß Geldstrafen, Zuschauerausschlüsse oder gar Ausschlüsse vom Spielbetrieb führen doch nur dazu, das Gelder und Stellen notgedrungen wieder gekürzt werden müssen. Zudem schafft man einen gemeinsamen Feind, was dazu führt, dass die Szene sich verdichtet, unabhängig von politischer Gesinnung. Resultat ist, das die Einflussnahme von außen immer schwieriger wird. Kurz gesagt: Man verpasst dem friedlichen Fan einen Genickschlag und fördert die Radikalisierung einer Szene.
Rechtes Gedankengut bis hin zur Radikalisierung ist in erster Linie ein gesellschaftliches Problem und keins wofür man den Verein Dynamo Dresden verantwortlich machen kann. Der Verein leidet vielmehr unter diesem Problem und nicht nur Dresden. Ich erinner mich nur an Hasans beitrag bzgl. Gladbachfans, die ihn und seinen Vater beschimpft haben. In Frankfurt, Hannover oder Hamburg existieren auch rechts orientierte Gruppen, nur gehen diese in der großen Masse unter. Das war in den 80ern noch anders. Es ist politisches Versagen, dass dazu führt das Vereine, die an sich nichts mit Rechtsradikalismus zu tun haben, für selbigen gerade stehen müssen und viel Zeit und Geld investieren, um diesem Problem Herr zu werden. Was bringt es wenn ein Verein wie Dresen in der Versenkung verschwindet, wenn man ihm von Spielbetrieb ausschließt oder seine Fans kollektiv bestraft? Die radikalen Elemente bleiben und die sind das Problem und nicht der Verein oder die Fans. Ohne Dynamo würden sich trotzdem rechte Schläger herumtreiben, die Wald-und-Wiesen-Fraktion würde trotzdem Kneipen und Bahnhöfe auseinandernehmen, man würde es nur nicht in der Bild lesen. Aus den Augen aus dem Sinn oder was? So einfach ist es leider nicht.